AUSSENSTELLE WINKELTURM
D-50735 Köln-Niehl, Neusser Landstraße 2

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Für Bunkerspezialisten heute eine Rarität: der "Winkelturm"

Für Spezialisten in Schutzraum- und Bunkerarchitektur ist die "Nebenstelle" des Kölner Festungsmuseums, jedesmal eine neue und willkommene Überraschung: was das Wort "Nebenstelle" scheinbar nachrangig abstempelt, ist in Wirklichkeit eine ausgesprochene Rarität.

Bunker gab und gibt es immer noch in stattlicher Zahl - wenngleich oft im Zuge öffentlicher oder privater "Entfestigung" und "Umwidmung" im Stadtbild nur noch schwer auszumachen, weil sie sich ihrem architektonischen Ambiente angepasst haben oder besser gesagt: wurden. Man hat sich - sofern sie wegen der sie umgebenden Besiedlung und der Widerstandskraft ihres Stahlbetonmantels wegen nicht zu sprengen und zu schreddern waren, an ihren Anblick gewöhnt. So mancher flache Betonklotz in einer städtischen Grünanlage zeigt dann uns Nachgeborenen, dass dort ein Bunker Kölner Bürgern mehr oder weniger Schutz und Überleben in den furchtbaren Bomberraids - darunter auch den ersten "1000-Bomberangriffen" der Aliierten - gesichert hat.

Ganz anders der sogenannte "Winkelturm". Durchaus nicht möglichst unsichtbar getarnt, sondern einer Rakete auf der Startrampe ähnlich, ragen diese mehrheitlich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts errichteten Schutzräume rund 30 Meter hoch in den Himmel. Benannt nach ihrem in Köln geborenen Kontrukteur Leo Winkel (1885 - 1981) hatte beim Entwurf dieser "Betonzigarren" die durchaus richtige Erkenntnis Pate gestanden, dass diese Form vergleichweise wenig Angriffsfläche bietet und selbst Volltreffer abgleiten und den Explosionsdruck in die unverdämmte Umgebung ableiten müssten.

Rund 200 solcher "Winkeltürme" für je 600 Schutzsuchende gab es im ganzen Reich - die meisten im Westen. Etwa zehn Prozent haben Krieg und "Entfestigung" überlebt.

Mit dieser seit 2007 ermöglichten Präsentation des Vorhandenen ging eine sorgfältige Bestandsaufnahme der Bausubstanz, eine genaue Inventarisierung sowie die Veranstaltung von Kolloquien - etwa über die ästhetische Problematik des Erhalts solcher aus jeder Planung herausfallenden Bauwerke im Stadtbild u.ä. - einher.


Kölner Festungsmuseum
Militärringstraße 10
D - 50996 Köln-Marienburg
E-Mail: festungsmuseum@crifa.de

Öffnungszeiten
14-tägig, jeden ersten Samstag
und dritten Sonntag im Monat
von 12:00 bis 18:00 Uhr

Führungen
12:00, 14:00 und 16:00 Uhr

Sonderöffnungstage
Tag des offenen Denkmals und
am "Tag der Forts"

Anmeldung für Gruppen
Telefonisch: +49 (0)162 - 73 99 505

Verkehrsverbindungen
KVB Straßenbahnlinie 16
(Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer)
KVB Buslinie 132
(Haltestelle Arnoldshöhe)

Anfahrt & Hinweise
Sonderseite mit Stadtplan


Außenstelle FORT VI
Am Decksteiner Weiher 10
D - 50338 Köln-Lindenthal

Außenstelle WINKELTURM
Neußer Landstraße 2
D - 50735 Köln-Niehl